06.01.2011
Deutlicher konnte es die Vorsitzende der ewiggestrigen Linkspartei, Gesine Lötzsch, nicht formulieren. „Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung“, so Lötzsch.
Bei den Erben der SED, der PDS, der Linkspartei und jetigen Partei DIE LINKE brennt es. Nicht nur die überalterte Mitgliederstruktur läßt die Linkspartei alt aussehen, auch bei den Parteifinanzen geht es hoch her und die Mitgliederzahlen mußten nun nach unten angepaßt werden, um nicht mit frisierten Zahlen als Schwindler dazustehen. Für den jüngsten Eklat aber sorgte mit Gesine Lötzsch die Parteivorsitzende selbst, wirbt sie doch nun ganz offen für den Kommunismus, ohne sich von dessen Verbrechen zu distanzieren. Das geht auch schlecht, bietet die Partei „DIE LINKE.“ nicht nur der linksradikalen Antifa ein Podium, mit der „Kommunistischen Plattform“ zugleich auch denjenigen Geschicktsklitterern eine politische Heimstatt, deren Ideologie die Welt schon einmal weit über 100 Millionen Tote forderte.
Selten spricht ein Repräsentant der SED-PDS-Linkspartei so offen aus, welche tatsächlichen Ziele verfolgt werden. Mit Gesine Lötzsch tat es diesmal gleich die Parteivorsitzende selbst. „Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung“, so Lötzsch. Aufgrund der einsetzenden Empörung gab zwar sogleich der Landesvorsitzende der Berliner Linkspartei, Klaus Lederer „Wir haben Gesine Lötzsch bislang nicht als eine Vorsitzende erlebt, die die Linke in eine kommunistische Partei umwandeln will“ zu bedenken, doch kann dies über die ideologische Nähe der Linkspartei zu den diversen Spielarten des Marxismus nicht hinwegtäuschen.
So träumen die stalinistischen Verfechter in der Linkspartei nicht erst seit Gesine Lötzsch von einer weiteren Revolution. Im vergangenen Jahr positionierte sich die „Kommunistische Plattform“ (KPF) der Linkspartei mit den Worten: „Zwanzig Jahre nach dem Sieg der Konterrevolution und dem damit verbundenen Untergang des ersten sozialistischen Staates auf deutschem Boden glauben sich die Blockparteien und internationalen Vertreter des Kapitals als Sieger der Geschichte.” Und weiter heißt es zur programmatischen Ausrichtung der LINKEN: „Als erste Phase der kommunistischen Gesellschaftsformation ist der Sozialismus zugleich eine Etappe auf dem Weg zum Kommunismus, also jener Gesellschaftsordnung, in der es keine Klassen mehr gibt, in der die Arbeit zum Wohl der Gemeinschaft ein Lebensbedürfnis geworden und die Warenform der Produkte aufgehoben ist.”
Man darf sich durch den sprachlichen Duktus der “Kommunistischen Plattform” mit einer sektierischen Begrifflichkeit nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Akzeptanz des Kommunismus innerhalb wie außerhalb der Partei DIE LINKE bei den Angehörigen der politischen Klasse außerordentlich hoch ist. Auch SPD und CDU haben sich heute soweit liberalisiert, daß die vermeintlich guten Absichten des Kommunismus, insbesondere die marxistischen Varianten in den 60er und 70er Jahren der alten Bundesrepublik, wohlwollend – und im Fall einer gewissen Distanz – als verirrter Idealismus gedeutet wird.
Bei dem hinlänglich bekannten Wissen über das tatsächliche Wollen der Linkspartei ist das jetzt ausgebrochene „Entsetzen“ bei der CDU lediglich als Lippenbekenntnis zu verstehen. Man kann nicht auf lokaler Ebene wie in Dresden gemeinsam mit den jenen paktieren, die den Kommunismus predigen, um im Anschluß sich zu distanzieren. Erst die SPD war es gemeinsam mit den Grünen und der CDU, die den Geschichtsklitterern in der Linkspartei einen „demokratischen Persilschein“ ausstellten. Aber offensichtlich reichte die Aufmerksamkeit der SPD/CDU-Genossen in der Schule bei Goethes Zauberlehrling nicht aus. Und genausowenig wie dieser werden CDU und SPD die Kommunisten wieder los. Dazu haben sie sich selbst zu weit in das linke Abseits manövriert.

