15.11.2010
Die Regierung und Medien überschlagen sich in immer größeren Jubelarien über den „großen Aufschwung“ und das „neue deutsche Wirtschaftswunder“. Doch wenn man sich die tatsächliche Lage ansieht, könnte man zu dem Schluß kommen, das dieser „Aufschwung“ längst vorbei ist, oder das es ihn nie gegeben hat. Hier die Fakten über die tatsächliche Wirtschaftslage:
Die Industrieumsätze sind im September deutlich gesunken – vor allem der Maschinenbau beklagt ein großes Minus. Gleichzeitig steigt die Zahl der Firmenpleiten.
Die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes verzeichneten im September den stärksten Rückgang seit fast anderthalb Jahren, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Ein größeres preis- und saisonbereinigtes Minus hat es zuletzt im April 2009 gegeben.
Besonders stark schrumpfte das Exportgeschäft mit 1,7 Prozent. Der Umsatz mit deutschen Kunden ging um 0,8 Prozent zurück. Die geringere Nachfrage bekamen vor allem die Maschinenbauer zu spüren. Sie beklagten mit 3,7 Prozent das größte Minus. Die Autoindustrie erlitt Einbußen von 0,8 Prozent, während die Geschäfte der Chemieindustrie stagnierten. Lediglich die Nahrungs- und Futtermittelindustrie meldete ein Plus von 0,5 Prozent.
Und die Talfahrt könnte sich noch beschleunigen, denn die Auftragseingänge gingen noch stärker zurück als die Umsätze. Die Industrie meldete im September ein Auftragsminus von vier Prozent. Das war der stärkste Rückgang seit fast zwei Jahren.
Auch die Zahl der Firmenpleiten ist gestiegen. Die deutschen Amtsgerichte verzeichneten im August 2660 Unternehmensinsolvenzen und damit 1,6 Prozent mehr als noch im August 2009, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Insgesamt seien in den ersten acht Monaten dieses Jahres 21.888 Unternehmensinsolvenzen gemeldet worden.
Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ebenfalls stark an: um 21,4 Prozent auf 9543. Zusammen mit den Insolvenzen von anderen privaten Schuldnern und Nachlässen summierte sich die Gesamtzahl auf 14.372 Pleiten, das waren 11,6 Prozent mehr als im August des vergangenen Jahres.
Bei den Verbrauchern sei die Zahl der Zahlungsunfähigen mit 10,7 Prozent auf 72.751 gestiegen, hieß es. Insgesamt hätten die Gerichte von Januar bis August 113.305 Insolvenzen registriert, sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Quelle: www.kompakt-nachrichten.de

